Bücherverbrennungen: Ein Geist, der weiterlebt

Von MAX ROLAND | Am 10. Mai 1933, also heute vor 85 Jahren, fanden die berüchtigten Bücherverbrennungen der Nazis statt. Die Vernichtung von „entarteter“ Literatur, die Vernichtung von Zeugnissen jener Gedanken, Ideen und Schöpfungen, die der NS-Ideologie zuwiderliefen. Ein Tiefpunkt in der Geschichte des Landes, was einst als Nation der Dichter und Denker bekannt war, und in dem Immanuel Kant den aufklärerischen Gedanken des Individualismus verbreitete.

Leider scheinen wir uns auch im heutigen Deutschland nicht allzu weit von der Idee der Bücherverbrennungen entfernt zu haben. Sicherlich, in Zeiten des Internets ein Buch zu verbrennen, ist, wie mit Steinen auf Panzer zu werfen- ein hoffnungsloser Versuch, etwas aufzuhalten. Denn durch das Internet ist die Verbreitung von Ideen schneller und vor allem effizienter geworden . Das führt mich zurück zum Anfang dieses Absatzes. Bücher verbrennen ist sinnlos- aber der Geist der Bücherverbrennung lebt fort. Denn die Bücherverbrennungen waren nur ein Ausdruck einer größeren Idee: Der Idee, andere Ideen zu vernichten.

Wenn es um das Vernichten von Ideen geht, bleibt das neue Deutschland dem alten treu. Schon seit geraumer Zeit wird ein Krieg gegen das Internet und die Möglichkeiten, die es bietet, geführt. YouTuber, die Kontroverse Ideen verbreiten, einfach ihre Meinung sagen, werden zensiert, gelöscht, sogar persönlich verfolgt, durch eine Mischung von Mob und Staat. Wo früher die SA-Braunhemden handelten und der Staat bewusst unterstützte und zuschaute, werden heute Identitäten durch die demokratiefeindliche Antifa geleakt und mit staatlicher Hilfe Leute widerrechtlich Mundtot gemacht. Unter dem Deckmantel von „Zivilgesellschaft und Courage“ holt sich der Staat kleine Helferlein wie die „Amadeo-Antonio-Stiftung“ ran, die das Netz von unliebsamen Kritikern säubern und das ganze als Kampf gegen „Hatespeech“ verkaufen. Mittlerweile gehen Angestellte des Öffentlich-Rechtlichen unter Hashtags wie #ReconquistaInternet sogar offen gegen die Meinungsfreiheit vor.

Meinungsvideos zu löschen ist heute das, was 1933 das Verbrennen eines Buches war. Kritische, kontroverse Blogger zu verfolgen ist heute das, was 1933 das Vertreiben von Autoren war. Wir in Deutschland geben an Tagen wie diesem 10. Mai vor, aus der Geschichte gelernt zu haben, schreien laut „Nie Wieder“- und beklatschen die Maßnahmen, die genau jenen Geist der geistigen Scheiterhaufen vor den Universitäten weiterleben lassen, als „Kampf gegen Hass und Hetze“. Neue Verpackung für ein altes Produkt.

1 Antwort

  1. Kein Jebsen ?? sagt:

    Im Kampf gegen den Faschismus wird der Faschismus eingeführt. Im Kampfe für die Meinungafreiheit wird die Meinungsfreiheit abgeschafft! Da sollte man lieber die paar Spinner die Hitler hinterhertrauern tolerieren!