BMW: Der deutsche Steuerwahn schadet dem Land

Von MANUEL FREUND | Es ist ja nichts neues, dass sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten eine Steuerkultur entwickelt hat, die dafür sorgt, dass Brutto- und Nettoeinkommen sich meistens nicht einmal mehr ähneln. Ganz nach dem Motto: „Wenn sich etwas bewegt, besteuere es. Wenn es sich weiter bewegt, regulier es. Und wenn es aufhört, sich zu bewegen, subventionier es.“ Mit diesem Satz hatte einst  auch schon Ronald Reagan unnötig enorme Eingriffe in die Wirtschaft kritisiert.

Deutschland hat sich unter dem Kapitalismus nach Ludwig Erhard zu einem wirtschaftlichen Vorreiter entwickelt. Trotz seiner im Verhältnis zu anderen Wirtschaftsgiganten geringen Fläche und Einwohnerzahl, ist Deutschland Mitglied der G8-Staaten – und das, obwohl Deutschland schon mehrere Male am Abgrund stand. Auch in den letzten Jahren wuchs die Deutsche Wirtschaft weiterhin. In Folge darauf hat man verschiedenste Steuern immer weiter angehoben. Die negativen Folgen davon bekommen wir nach und nach zu spüren.

Wer schon einmal etwas von der Laffer Kurve gehört hat, dem kräuseln sich bei dieser Politik die Fingernägel. Arthur Laffer ist ein Ökonom. Er zeigte auf, dass steigende Einkommenssteuersätze nicht automatisch zu höheren Steueraufkommen führen. Das ist auch ganz simpel zu erklären. Wir stellen uns einen Arbeiter vor, der komplett frei entscheiden kann, wie lange er arbeitet und wie viel Freizeit bzw. Urlaub er sich nimmt. Je mehr Gehalt pro Stunde man dem Arbeiter gibt, desto mehr wird er auch arbeiten, denn die Arbeit lohnt sich mehr. Er nimmt sich ab dem Punkt frei, ab dem ihm die Freizeit mit der Familie oder anderem wichtiger ist als das zusätzliche Geld. Der Grundsätzliche Trieb des Menschen, immer die Option auszuwählen, die das bessere Resultat für einen selbst erbringt, sorgt erst dafür, dass Kapitalismus so gut funktioniert. 

Wenn der Arbeiter jetzt allerdings höher besteuert wird, bekommt er weniger Nettogehalt. Dies führt dazu, dass er sich mehr Freizeit nimmt. Um es einmal zu verdeutlichen: Wer würde denn noch arbeiten gehen, wenn der Steuersatz bei 100 % liegen würde? Stellen wir uns einmal vor, der Arbeiter verdient 20 € in der Stunde. Bei einem Durchschnittssteuersatz von 20 % sind das noch 16 €. Bei diesem Lohn entscheidet er sich in der Woche 40 Stunden arbeiten zu gehen. Das heißt er selbst bekommt 640 € (16 €/Std. mal 40 Stunden) in der Woche und der Staat bekommt 160 € (4 €/Std. mal 40 Stunden). Jetzt erhöhen wir den Satz auf 40 %. Bei diesem Steuersatz will der Arbeiter nur noch 20 Stunden in der Woche arbeiten, weil er ja auch nur noch 12 € in der Stunde bekommt. Gleiche Rechnungen wie zuvor nur mit neuen Zahlen: Der Arbeiter bekommt nur noch 240 € die Woche, der Staat bekommt weiterhin 160€. Letztendlich haben die Steuern also nur Nachteile für den Arbeiter gebracht. Wenn die Steuersätze zu hoch werden, kann das Steueraufkommen sogar sinken.

Des Weiteren sorgt die Erhöhung der Einkommenssteuer auch für eine geringere Produktivität der Gesellschaft. Wie schon gesagt: Je weniger Nettogehalt man bekommt, desto weniger will man arbeiten. Je höher der Steuersatz, desto niedriger das Nettogehalt. Im Endeffekt heißt das: Je höher die Steuersätze sind, desto weniger Arbeiten die Bürger. 

Auch mit der hohen Gewerbesteuer schießt sich Deutschland nur selbst ins Bein. Je höher die Gewerbesteuer eines Landes sind, desto unattraktiver ist es für Unternehmen sich dort anzusiedeln. Irland hat bewiesen, dass man nur die Gewerbesteuer tief halten muss und schon einen riesigen Wirtschaftsaufschwung erlebt. Neue Unternehmen werden gegründet, heimische Unternehmen bleiben und ausländische Unternehmen verlagern sich nach Irland, denn dort muss man am wenigsten abgeben. Wenn jedoch 100 Unternehmen 1 € zahlen, macht das genau so viel wie wenn ein Unternehmen 100 € zahlt (um es einmal komplett runter zu brechen).

Auch BMW hat in letzter Zeit große Angst. Die Erbschaftsteuer ist in Deutschland nämlich auch nicht gerade niedrig. Die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt befürchten nämlich, dass die Erbschaftssteuer auf ihr Vermögen so groß ist, dass bei einem Todesfall der beiden teilweise Aktien von BMW verkauft werden müssten. Wenn diese in die Hände chinesischer oder saudi-arabischer Großkonzerne fielen, wäre das fatal. Die Autoindustrie ist nach wie vor der größte Wirtschaftszweig Deutschlands. Sollte dieser Wirtschaftszweig teilweise ins Ausland verlegt werden, wäre das eine enorme Schwächung für die deutsche Wirtschaft. Wie die BMW-Erben müssen auch viele andere Besitzer von Großunternehmen davor bangen, beim Erben Firmenanteile ins Ausland zu verkaufen.

 Anstatt die Steuern zu senken und Abgaben wie den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, wird lieber in Betracht gezogen eine CO2-Steuer einzuführen. Dabei wäre diese Steuer nicht einmal nötig. Wir haben einen Haushaltsüberschuss von 11,2 Mrd. € und massive Steuerverschwendung, die man mit wenig Arbeit verringern könnte. Aber Steuern zu erheben ist in Deutschland fast schon olympisch: Höher, schneller, weiter. 

1 Antwort

  1. 23. Juni 2019

    […] • Weiterlesen • […]