„Berlin trägt Kippa“ – viel Demo für nichts

Von ADRIÁN | Hach ja, Antisemitismus ist doch was spannendes, von den Tätern bis zu den Gegnern. Bei der heutigen Solidaritätsaktion „Berlin trägt Kippa“ konnte ich die Missgunst zwischen den Gegnergruppen mal richtig kennenlernen.


Ich bin enttäuscht von den Rednern. Standardinhalt „wir müssen was dagegen tun“ ,“es darf sich nicht wiederholen“ und so weiter. Und was tun wir dagegen? Hm, ein paar Demos und dann geht der Antisemitismus sicher zurück, ein bisschen Aufklärung und der Hass verschwindet einfach. Und natürlich „das gab es schon immer“ und besonders geistreich „das hat nichts mit dem Islam zu tun“. Nein, natürlich nicht, Islam ist Frieden, Saudi-Arabien & co. sind judenfreundliche Staaten. Und es gibt ganz bestimmt keinen islamistischen Antisemitismus, auf keinen Fall. Michael Müller, unser Bürgermeister kaut die gleichen Phrasen durch. Lösungsansätze? Fehlanzeige. Leute wie Kauder waren eine weitere Enttäuschung. Enttäuschend in dem Sinne, dass sie anwesend waren. Sind sonst nur damit beschäftigt, den Islam zu vergöttern, aber hier auf einmal einen auf judenfreundlich machen. Jaja, man kennt es zu Genüge. Lustig, dass eine Demo am Herrmannplatz gegen Antisemitismus ausgerechnet wegen den freundlichen, kulturbereichernden Muslimen abgesagt wurde.
Aber es ging auch anders. Ausgerechnet Cem Özdemir, der ja sonst nur damit beschäftigt ist, die Umwelt zu retten und den Islam zu beschützen, redet vom unanfechtbaren Existenzrecht Israels. Da haben wir tatsächlich mal für ihn applaudiert.
Der Höhepunkt aber: Doppelmoral der Vorsitzenden der jüdischen Studentenunion. Erst redet sie breit von Demokratie, dann richtet sie „wir wollen euch hier nicht“ an alle AfD-Anhänger. Demokratie ist gut, aber nur für meine Meinung.
Ein paar nette Unterhaltungen hatten wir auch. Zum Beispiel mit einer Frau, die sich über ein „stoppt Islamisierung“-Schild aufräufelte. „Also bist du für Islamisierung“ war unsere Frage, sie gab nach etwas hin und her auf und suchte das Weite. Der Träger des Schildes: nicht vom PEGIDA-Schlag, Jude und wahrscheinlich nicht mal Deutscher. Also wenigstens ein paar Realisten waren anwesend.
Wir bekamen Komplimente wegen unserer Israelfaggen. Wir waren auch fast die Einzigen dieses eher langsamen Publikums.


Kurz gesagt, war es spannend, aber oft inhaltslos. Keiner wollte das Kind islamistischer Antisemitismus beim Namen nennen, man hat sich oft nur auf die Vergangenheit konzentriert. Wirkliche Lösung für das Problem? Fehlanzeige.

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