Berlin-Kreuzberg: Party und Bullshit

4 Antworten

  1. Maria sagt:

    Liebe Frau Schwarz, leider wieder eine sehr treffende Beschreibung der Kreuzberger Szene, in der die Kinder derer unterwegs sind, die ihren Kindern nicht genug Halt gegeben haben, die als Erwachsene Kinder geblieben sind und zumeist in gleicher Verwahrlosung aufwuchsen.
    Diese trifft man sehr häufig in Berlin, aber selbstverständlich auch woanders. Es ist zu befürchten, dass es zunehmend unmündige Erwachsene geben wird, da dies durchaus politisch gewünscht ist, denn der domestizierte Mensch wird weitere Lebenseinschränkungen weitgehend klaglos hinnehmen. Nur ein Mensch, der gelernt hat aufzuhorchen, der seinen eigenen Kopf hat und hinter die Fassade blicken will, wird andere Wege einschlagen können. Sie scheinen mir so jemand zu sein. Das freut mich!

  2. Rosa Wissmann sagt:

    Als schon etwas ältere Leserin dieses Blogs finde ich es wirklich bewundernswert, wenn so junge Menschen schon „wissen wo es langgeht“, den Kompass für das Echte im Leben in sich gefunden haben. Wie gut Frau Schwarz, dass Sie den ganzen Party-Kindergarten-Quatsch durchschaut haben und so lebendig und frisch darüber schreiben können. Dass das alles auch eine schreckliche Zeit gewesen sein muss, lass ich dabei mal beiseite. Ich wünsche Ihnen jedenfalls viele solcher guten Partys, die mit Spannung und was sonst noch dazu gehört.

  3. H. Weiß sagt:

    Liebe Pauline, das sind furchtbare Zustände, die du beschreibst. Furchtbar, dass du solcher Verwahrlosung und Einsamkeit ausgesetzt warst, dass du in dieses Mileu der verlorenen Kinder geraten bist. Gut, dass du die Kraft gefunden hast, dich daraus zu befreien und jetzt zu den jungen Menschen zählst, die die Welt begreifen wollen und die sich nicht scheuen Spannung auszuhalten. Diese jungen Leute werden unsere Gesellschaft wirklich voranbringen und nicht die dressierten fridays for future Äffchen. Und deine Kinder werden es besser haben!

  4. A. Ferrante sagt:

    Ich finde Artikel wie auch wieder diesen von Pauline Schwartz auf eurem Blog sehr wichtig, da er uns Älteren etwas über die Lebenskultur von jüngeren Menschen beschreibt, von der die meisten nichts mitkriegen. Die Jugend von heute ist einem großen Ausmaß verwahrlost aufgewachsen, ohne Halt und Werte und trifft mit dieser Haltlosigkeit auf einen Staat, der seine Ordnungsaufgaben nicht mehr wahrnehmen will. Sicher gab es nach Kriegen auch schon ganze haltlose Generationen, aber diese trafen auf einen Staat, der sie in eine bestehende Ordnung integrieren wollte. Wir haben nicht nur die Fridays-for-Future-Jugend (und ältere Inifizierte), die ganz im Ernst über vegan versus vegetarisch diskutieren oder ob es okay ist, einen Film zu gucken, in denen nur Heteroliebe von Weißen gezeigt wird. Wir haben auch nicht nur die ganze Mitläufer-Jugend, sondern wir haben auch eine Jugend, die jedweden Sinn im Leben aufgegeben hat, und nur noch „Party“ machen wollen.
    Was auch immer die tieferen Hintergründe dieser Entwicklung sind, der Jugendwahn der Hippies, die Überbetonung des Eigenen oder des „sich selbst finden Müssens“, das Resultat sind mittlerweile mehrere Generationen, die ohne Sinn für den Wert kultureller oder technischer Errungenschaften aufgewachsen sind, denen erörterndes Denken fremd ist und die die  Grundbegriffe von Demokratie, nämlich Toleranz gegenüber anderen Meinungen und die respektvolle Auseinandersetzung mit dieser anderen Meinung nicht gelernt haben. Diese Menschen haben eben in der Schule nichts über die Grundlagen unserer Kultur gelernt, sondern nur etwas über unsere große Schuld gegenüber anderen Völkern und der Natur erfahren, sie haben nicht erörterndes, lösungsorientiertes Denken gelernt, sondern nur Fabulieren und Phantasieren, wie gut die Welt wäre, wenn alle lieb wären.
    Und diese Menschen werden unsere Zukunft gestalten! Leider seid ihr, die Autoren dieses phantastischen Blogs in der Minderheit, aber bitte macht weiter und lasst euch nicht entmutigen.
    A. Ferrante