Bahamaskoalition in Thüringen?

Von Glenn Antoine | Knapp drei Monate ist es her, dass in Thüringen die Landtagswahl stattgefunden hat. Seit dem wird immer wieder spekuliert, welche Koalition sich am Ende durchsetzt. Einige CDU-Funktionäre wie Heym, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU Thüringen haben aufgefordert mit der AfD zu sprechen. Doch bis heute ist daraus nichts geworden, stattdessen wird darüber geredet rot-rot-grün weiterhin als Minderheitsregierung zu stützen.

Höcke wirbt für gemeinsamen Kandidaten mit CDU und FDP

Höcke versucht weiterhin ein Bahamasbündnis zu erreichen und ein gemeinsamen Kandidaten aufzustellen. Beim Vergleich der Wahlprogramme von CDU, AfD und FDP finde man viele Gemeinsamkeiten. „Ich mache Ihnen hier nochmal das Angebot: lassen Sie uns gemeinsam einen bürgerlichen Kandidaten finden“, sagte Höcke. Die CDU hat sich bisher dazu noch nicht geäußert.
Und die FDP? Immerhin sind sie zur Wahl angetreten mit dem Ziel, das Linksbündnis zu beenden. Also warum kein bürgerliches Mitte-Rechts-Bündnis mit einem Ministerpräsident der CDU? Natürlich ist Höcke ein Dorn im Auge, die Frage ist aber wieviel Einfluss in einer solchen Koalition haben würde. FDP und CDU könnten sich wohl weitestgehend durchsetzen. Ein Bündnis, welches für die soziale Marktwirtschaft, für eine gute Bildung und eine vernünftige Sicherheitspolitik steht, wäre der Richtungswechsel, den die CDU und FDP herbei sehnten.

Bahamaskoalition zielführend?

Der Wähler in Thüringen hat rot-rot-grün abgewählt. Es gibt nun wieder eine stabile nicht-linke Mehrheit im Volk. Des Weiteren ist die Strategie der totalen Isolation der AfD gescheitert. Bei 23.4 % muss man anfangen mit ihnen zu verhandeln, alles andere führt in den Wahnsinn. Dies ist auch ein guter Schachzug, da man den rechten Rand wieder demokratisch einbindet. Außerdem könnte die Union so verloren gegangene Wählerstimmen zurückzugewinnen.
Betrachtet man die Wählerstruktur der AfD wird klar, dass Wählerschaften von Union und AfD sich stark überschneiden. Bei den vergangenen Landtagswahlen waren die Wählerwanderungen von der CDU zur AfD mit Abstand am größten. Natürlich gibt es auch viele Aspekte, die dagegen sprechen, aber dennoch sollte man die Gespräche aufnehmen und nicht von vornherein den demokratischen Diskurs beenden.
Fakt ist, dass in dieser Konstellation die FDP und die CDU mehr Inhalte unterbringen können, als in jeder anderen Koalition.


Rational betrachtet wird es wahrscheinlich nicht dazu kommen, da die CDU lieber im Sozialstenblock mit marschieren will, anstatt mit der AfD zusammenzuarbeiten.

4 Antworten

  1. dasLinkeParadox sagt:

    Falls das Unwahrscheinliche eintritt, und das Posten-Geschacher losgeht, sollten die Bürgerlichen diesmal darauf achten die „weichen“ Ressorts zu besetzen! In der Vergangenheit wollten sie meistens „konkrete“ Posten, wie Wirtschaft, Sicherheit, Haushalt…. und überliessen Bildung, Kultur, Familie… den Linken. Wohin das führt sehen l wir eindrucksvol heute!

  2. moneypenny sagt:

    Rational betrachtet wird die (Ost-)CDU nicht mutig genug sein, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Wäre aber schön, wenn Sie mit Ihrer Prognose recht hätten…!

  3. n.reher sagt:

    Wir sind auf direkten Weg zur DDR 2.0, da ist es nur konsequent, rotrotschwarzgrün zur SED 2.0 umzuwandeln. Ich denke, da wird kein Weg dran vorbei führen, wenn die Demokratie endgültig zum Sozialismus umgewandelt worden ist. Früher oder später werden Störfaktoren wie AfD und andere Liberale verboten sein.

  1. 1. Februar 2020

    […] • Weiterlesen • […]