Apollo Investigativ: linke Parteien und Bildungspolitik

Von MARVIN WANK | Die Bildung in Bundesländern, die von linken Parteien regiert werden, ist zumeist von mieser Qualität oder kommt eiskalter Indoktrination gleich – diesem Satz würde wohl jeder regelmäßige Apollo-Leser aus dem Bauch heraus zustimmen. Doch sollten wir es unseren politischen Kontrahenten nicht gleich tun und uns unsere Meinungen auf Basis von Emotionen bilden. Stattdessen sollte die Grundlage eines liberalen Meinungsbildes harte Fakten sein. Daher habe ich mir die Mühe gemacht und den Zusammenhang von Bildungsqualität und politischer Ausrichtung in Deutschland untersucht.

Zunächst habe ich dazu den Bildungsmonitor Deutschland zu Rate gezogen. Dieser bewertet jährlich die Bildungsqualität in den deutschen Bundesländern, denn Bildung ist in Deutschland Landesfürstensache. Da strategische Entscheidungen im Bildungsbereich eine gewisse Zeit benötigen, bevor sie ihre Wirkung entfalten, habe ich mir die Gesamtwertungen aus den Jahren 2006, 2010, 2014 und 2018 angesehen.

Durchweg Spitzenreiter war dabei mein Heimatland Sachsen. Auch Thüringen, Baden-Würtemberg und Bayern waren stets ganz vorn mit dabei. Zu den Schlusslichtern zählten konstant Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Bremen. Schon darin lässt sich eine gewisse Tendenz erkennen. Um die Streung der Ergebnisse abzuschwächen, habe ich aus allen vier Jahren den Mittelwert gebildet. Das Ergebnis ist wie folgt:

  1. Sachsen: 71 Punkte
  2. Thüringen: 65 Punkte
  3. Baden-Würtemberg: 63 Punkte
  4. Bayern: 63 Punkte
  5. Hamburg: 55 Punkte
  6. Sachsen-Anhalt: 53 Punkte
  7. Niedersachsen: 53 Punkte
  8. Rheinlad-Pfalz: 53 Punkte
  9. Hessen: 53 Punkte
  10. Mecklenbug-Vorpommern: 52 Punkte
  11. Schleswig-Holstein: 51 Punkte
  12. Bremen: 50 Punkte
  13. Sarland: 50 Punkte
  14. Brandenburg: 50 Punkte
  15. Nordrhein-Westfalen: 49 Punkte
  16. Berlin: 47 Punkte

Die Werte wurden zur besseren Übersichtlichkeit nach den allgemeinen Rundungsregeln gerundet. Der totale Mittelwert liegt bei 55 Punkten, zwischen Spitzenreiter Sachsen und Schlusslicht Berlin liegen 24 Punkte. Die Standardabweichung beträgt 6,4 Punkte.

Zur Gegenüberstellung habe ich abgeschätzt, wie links ein Bundesland regiert wird und wurde. Dazu habe ich den Parteien folgende Punkte zugewiesen:

  • SPD: 20 Punkte
  • Grüne: 40 Punkte
  • Linkspartei: 70 Punkte
  • CDU/FDP: 0 Punkte

Bei Koalitionen habe ich den Mittelwert der Punkte gebildet. So hat eine Koaltion aus CDU und SPD etwa den Wert 10, eine Koaltion aus SPD und Grünen den Wert 30 und eine Regierung von Linkspartei und Grünen den Wert 55. Diesen Wert habe ich für die Regierungen jedes Bundeslandes errechnet, die 2018, 2014, 2010 beziehungsweise 2008 an der Macht waren. Regionalparteien habe ich die Punktzahl der mit ihr vergleichbaren überregionalen Partei zugeordnet. Dann habe ich auch aus diesen Ergebnissen den Mittelwert gebildet, was folgendes ergab:

  1. Brandenburg: 36 Punkte
  2. Berlin: 36 Punkte
  3. Rheinland-Pfalz: 25 Punkte
  4. Bremen: 25 Punkte
  5. Nordhrein-Westfalen: 23 Punkten
  6.  Mecklenburg-Vorpommern: 19 Punkte
  7. Schleswig-Holstein: 18 Punkte
  8. Hamburg: 18 Punkte
  9. Thüringen: 13 Punkte
  10. Baden-Würtemberg: 12,5 Punkte
  11. Sachsen-Anhalt: 10 Punkte
  12. Niedersachsen: 10 Punkte
  13. Hessen: 10 Punkte
  14. Saarland: 10 Punkte
  15. Sachsen: 7,5 Punkte
  16. Bayern: 0 Punkte

Auch diesen Werte wurden nach den allgemeine anerkannten Rundungsregeln gerundet. Absoluter Mittelwert sind 17 Punkte, die Standardabweichung beläuft sich auf 9,66 Punkte.

Graphisch dargestellt lässt sich ein klarer Zusammenhang erkennen:

Hier sind alle Bundesländer sortiert nach Linkslastigkeit dargestellt. Der braune Balken gibt dabei an, wie links ein Land regiert wird, der blaue Balken wie gut die Bildung ist.

Zwar gibt es nach oben und unten Abweichungen, die gestrichelte Trendlinie lässt aber eins klar erkennen: Je konservativer die Regierung, desto besser die Bildung. Und auch die Abweichungen lassen sich erklären: So ist die Parteielandschaft in Sachsen etwa daür bekannt, deutlich rechter als im Rest des Landes zu sein. Die sächsische SPD ist also gut und gerne konservativer als die Bremer CDU.

Auch Winfried Kretschmar, der amtierende grüne Ministerpräsident Baden-Würtembergs, gilt nicht unbedingt als fanatischer Öko-Fundamentalist. Zudem wird etwas der Thüringer-Linkslastigkeitswert von der rot-rot-grünen Regierung, die erst seit wenigen Jahren im Amt ist, stark in die Höhe getrieben. Zuvor wurde Thüringen fast ausschließlich von der (Prä-Merkel)-CDU und der FDP regiert.

Die Faktenlage lässt sich recht klar zusammenfassen: Linke Regierungen verheißen schlechte Bildung. Und auch wenn wir junge Menschen für unsere Bildung nichts mehr werden ändern können, so sind es gerade wir, die wissen, wie entscheidend gute Bildung ist. Daher ist es unsere Pflicht, den nächsten Generationen eine gute Bildung zu ermöglichen. Schon alleine deshalb müssen wir es verhindern, dass linke Parteien weiterhin die Köpfe der Jugend erobern. Wir müssen gegen sie kämpfen – mit Fakten, statt mit Gefühlen.

2 Antworten

  1. Khalessi sagt:

    Freut mich, dass ihr bei Apollo nun auch forscht! Etwas für sein Bildungsniveau tun, muss man als junger Mensch inzwischen eben vor allem außerhalb der Schule. Aber so trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Da haben wir ja auch was von, oder?

  2. moneypenny sagt:

    Danke für diese schöne Untersuchung!
    Das Ergebnis überrascht allerdings nicht wirklich.