Angriff auf US-Botschaft in Bagdad: Der verdeckte Krieg des Iran

Von Sebastian Thormann | Hunderte Anhänger pro-iranischer schiitischer Milizen versuchten am Dienstag die Botschaft der USA im Irak gewaltsam zu stürmen. Ihnen war es zuvor gelungen in die “Grüne Zone”, das Hochsicherheitsviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad einzudringen.

Den Angreifern gelang es auf das Botschaftsgelände zu kommen, wo sie unter “Tod den USA”-Rufen randalierten und Feuer legten. Dem vorausgegangen waren Militärschläge der Vereinigten Staaten gegen eben diese schiitischen Milizen, die zuvor US-Militärbasen attackiert und dabei einen Amerikaner getötet hatten.

Über seine Stellvertreter attackiert der Iran so schon seit Jahren die USA

Diese sogenannte Hisbollah-Brigaden, die der Iran unterstützt, werden bereits seit 2009 von den USA als Terror-Organisation eingestuft. Sie sind Teil eines größeren Netzwerks verschiedener Terror-Gruppen, die von Irans Machthabern im Kampf gegen den Westen unterstützt werden. Von Gaza, über den Libanon, vom Irak bis in den Jemen sind dieses Organisation im Nahen Osten verteilt. Über solch einen Stellvertreter wurde wohl auch der iranische Angriff auf die saudischen Ölanlagen im September 2019 ausgeführt.

US-Präsident Trump schrieb auf Twitter: “Der Iran hat einen amerikanischen Auftragnehmer getötet und viele verletzt. (…) Jetzt plant der Iran einen Angriff auf die US-Botschaft im Irak. Sie werden voll zur Verantwortung gezogen werden. Außerdem erwarten wir, dass der Irak seine Streitkräfte einsetzt, um die Botschaft zu schützen.”

Ein zweites Bengasi abgewendet

Nach dem Angriff auf die Botschaft reagierte die US-Regierung umgehend: Aus Kuwait wurden etwa 100 US-Marines nach Bagdad entsandt, später kreisten auch Apache-Kampfhelikopter über dem Botschaftsgelände und feuerten Leuchtraketen als Warnung.

Bei vielen kam auch die Angst vor einem neuen Desaster wie 2012 in Bengasi auf. Damals hatten radikal-islamische Terroristen am 11. Jahrestag der 9/11-Anschläge das amerikanische Konsulat angegriffen und den Botschafter getötet. Die ganze Nacht kämpfte eine Handvoll CIA-Sicherheitsleute ohne Unterstützung von außen ums Überleben der restlichen Mitarbeiter gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Angreifer. Erst nachdem pro-amerikanische Kämpfer den Botschaftsmitarbeitern in den Morgenstunden zur Hilfe kamen gelang die Rettung. Eine Untersuchung des US-Kongresses stellte schweres Fehlverhalten der damaligen Obama-Regierung fest: Viel früher hätte Verstärkung und vor allem auch Luftunterstützung eintreffen müssen.

Senator Lindsey Graham (South Carolina – Republikaner) kommentierte das auf Twitter: “Sehr stolz darauf, dass Präsident Trump angesichts der Bedrohung unserer Botschaft in Bagdad entschlossen handelt. Er hat die Welt in Kenntnis gesetzt – es wird unter ihm keine Benghazis geben.”

Wie geht es weiter?

Auf Druck der USA wurden auch weitere irakische Sicherheitskräfte zum Schutz der Botschaft in Stellung gebracht und die pro-iranischen Milizen haben sich inzwischen vom Botschaftsgelände zurückgezogen. Auf Anordnung von US-Präsident Trump wurden umgehend 750 Infanterie-Soldaten der 82. Luftlandedivision aus Fort Bragg, North Carolina in die Region verlegt. Etwa weitere 3.000 Soldaten werden auf eine mögliche Verlegung vorbereitet.

Auf Twitter drohte Trump: “Der Iran wird für verlorene Leben oder Schaden, der an unserer Einrichtungen entstanden ist, voll verantwortlich gemacht. Sie werden einen sehr hohen Preis zahlen! Dies ist keine Warnung, es ist eine Drohung. […]“

7 Antworten

  1. Die gewählte Filiale speichern wir für Sie dauerhaft.

  2. Doch Irland ist anders geworden inzwischen.

  3. Darryl sagt:

    Mit einem deutschen Klappspaten Grдben aushob.

  4. Amelia sagt:

    Zumindest in der deutschen ist sie zu 100% verbugt.

  5. dasLinkeParadox sagt:

    Aufpassen Mr. TRump, aufpassen! Den Sanktionsdruck erhöhen, ja, nptfalls auch Botschaften, etc. komplett abziehen, aber bloss keinen neuen endlosen Scharmützel da unten. Das ist der tiefe Staat durch die Hintertür, der hier provoziert.

  6. moneypenny sagt:

    Vielen Dank für diesen informativen Artikel – auch über die Weltpolitik wird man in der herkömmlichen Presse ja nicht mehr sachlich unterrichtet…

  1. 2. Januar 2020

    […] über Angriff auf US-Botschaft in Bagdad: Der verdeckte Krieg des Iran — Apollo News […]