Amoklauf in Florida: Brauchen die USA strengere Waffengesetze?

Von MARVIN WANK | Am 14.08.2018 ereignete sich an einer US-amerikanischen Schule ein Massaker mit mindestens 15 Todesopfern – mal wieder, wie man leider sagen muss. Und wie üblich nach einer solchen Tat, werden Rufe nach einer Einschränkung des zivilen Waffenbesitzes in den USA laut.

Dies erscheint zunächst einleuchtend, ist es in den USA doch bekanntlich so einfach wie in keinem Land, an Schusswaffen zu gelangen. Tatsächlich sind die USA das Land mit dem höchsten privaten Waffenbesitz der Welt. Etwa 42% der Haushalte geben an, mindestens eine Schusswaffe zu besitzen[1]. Zu

Man könnte nun also schlussfolgern, Waffenbesitz würde unweigerlich zu einer höheren Mordrate und damit auch zu mehr Todesopfern führen. Genau das hat allerdings eine unabhängige Studie auf Basis empirischer Daten aus mehr als 50 Industrieländern (ja, auch den USA) widerlegt[2]. Stattdessen nennt die Studie sozioökonomische Ursachen für das Entstehen von Waffengewalt.

Das ist auch vollkommen logisch. Schließlich ist ein Waffenmassaker wesentlich uninteressanter, wenn man weiß, dass sich die Opfer wehren können. Dies zeigt eindrucksvoll eine Statistik aus den USA: Von 2010 bis 2018, also in nicht einmal 8 Jahren, gab es in den USA sage und schreibe 157 Tode bei Amokläufen an Schulen, während der 1980er Jahre gab es lediglich 26 Todesopfer[3]. Dabei ist der Waffenbesitz gleich geblieben[4]. Zudem sind die Waffengesetze seitdem eher schärfer als laxer geworden.

Erschreckend scheint auch die Aussage von BKA und Gewerkschaft der Polizei, es gebe mehr als 20 Millionen (!) illegale Schusswaffen in Deutschland[5] [6]. Wenn es also keinen klaren Zusammenhang zwischen Besitz von Schusswaffen und Amoktoten gibt, was ist dann die Ursache für die zahlreichen Opfer von Schulmassakern?

Ein Grund ist sicherlich die Entwaffnung von Schülern und Lehrern an Schulen. Denn wie gesagt, ein Amoklauf ist dann uninteressant, wenn man die Opfer wehrhaft weiß. Genau das Gegenteil ist aber an amerikanischen Schulen der Fall: diese sind sogenannte „gun free zones“, waffenfreie Zonen also. Einen Amokläufer interessieren solche Verbote herzlich wenig, unschuldige Lehrer und Schüler hingegen schon.

Das privater Schusswaffenbesitz essentiell für eine freie Gesellschaft ist,  hat die Geschichte immer wieder gezeigt. So sind die USA seit ihrer Gründung immer eine freiheitliche Demokratie geblieben, was europäische Länder mit traditionell restriktiveren Waffengesetzen nicht unbedingt von sich behaupten können. Das diese Freiheit aber auch immer wieder verteidigt werden muss, hat sich beispielsweise in der „Schlacht von Athens“ gezeigt, wo Amerikaner ihre korrupte und despotische Lokalregierung mithilfe von Waffengewalt dazu zwangen, das demokratische Wahlergebnis anzuerkennen.

Es ist offensichtlich, dass Schusswaffenbesitz und Amokläufe keine Korrelation aufweisen. Eine entwaffnete Gesellschaft nützt nur Kriminellen, die immer an Waffen kommen (wie z.B. in Deutschland). Waffengegner führen eine, teilweise verständlicherweise, rein emotionale und ideologisch dogmatisch Debatte, die in Widerspruch zu den harten Fakten steht.

[1] https://www.statista.com/statistics/249740/percentage-of-households-in-the-united-states-owning-a-firearm/

[2] https://media.wix.com/ugd/3fd127_86f3aa1fb00145e7a6d45d0fe79dcc23.pdf

[3] https://en.wikipedia.org/wiki/School_shootings_in_the_United_States

[4] https://www.statista.com/statistics/249740/percentage-of-households-in-the-united-states-owning-a-firearm/

[5] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/in-deutschland-gibt-es-bis-zu-zwanzig-millionen-illegale-waffen-14030574.html

[6] https://www.welt.de/politik/article96595/Schusswaffen-in-Deutschland-Fragen-und-Antworten.html

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