Amoklauf an türkischer Universität

Von ERIK SNIPER | Bei einem bewaffneten Angriff an der Osmangazi Universität im türkischen Eskişehir sind nach Medienberichten vier Menschen getötet worden. Getötet wurden demnach der Vizedekan, ein Fakultätsleiter und zwei Dozenten. Bis jetzt gibt es keine Hinweise auf Terrorismus. Der Akademiker, der den Amoklauf begang, soll aber mehrere Universitätsmitarbeiter beschuldigt haben, Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen zu sein, dessen Bewegung für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich gemacht wird und seit Jahren von der Regierung verfolgt wird. Die Nachrichtenagenturen Dogan und Anadolu berichteten, dass es sich bei dem Angreifer um einen wissenschaftlichen Mitarbeiter an der pädagogischen Fakultät handele. „Wir werden eine Untersuchung zu dem Forscher starten“, sagte der Rektor der Uni dem Sender CNN-Türk. Er sei „eine problematische Person“ gewesen und habe womöglich aufgrund „psychologischer Probleme“ gehandelt. Laut Gönen drang der mit einer Handfeuerwaffe bewaffnete Schütze zunächst in das Büro des Dekans ein, den er dort jedoch nicht vorfand. Daraufhin habe er vier Fakultätsmitarbeiter erschossen, bevor er die Flucht ergriff. Die Polizei habe ihn jedoch gestellt und festgenommen, sagte der Rektor. Es werde geprüft, wie er mit einer Waffe in die Universität gelangen konnte. Eskişehir ist eine 700.000-Einwohner-Stadt in der Westtürkei, etwa 200 Kilometer von der Hauptstadt Ankara entfernt. Auf einem Video, das die Deutsche Welle Türkei auf Twitter postete, sieht man Sicherheitskräfte und Krankenwagen, die vor dem Universitätsgebäude postiert sind.

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