Am Vorabend der Weltwirtschaftskrise – über das Coronavirus und unser Finanzsystem

Von Max Zimmer | Der Coronavirus verbreitet Angst und Schrecken, nicht nur in den Medien und bei den Menschen, die sich vor dem neuartigen Virus fürchten, sondern auch an den Finanzmärkten der Welt. Die chinesische Wirtschaft leidet seit Wochen stark unter den Folgen der Epidemie, die Börsenkurse sind bereits in Teilen auf Talfahrt, viele Branchen verzeichnen rapide Einbrüche aufgrund sinkender Nachfrage und Investitionen. Auch international führt das Stagnieren der wichtigen chinesischen Volkswirtschaft zu negative Trends.

Airlines sind genau so von der Situation in China betroffen wie auf die dortigen Produktionsstätten angewiesenen westlichen Großkonzerne, wie beispielsweise Apple. Auch der Absatzmarkt China wird zum Risikofaktor und führt somit zu einem Rückgang des Umsatzes vieler dort ansässiger Unternehmen – was wiederum den Dow Jones und die europäischen Märkte destabilisiert.

Nicht nur die Situation in China und mittlerweile ganz Asien setzt die Weltwirtschaft unter Druck, auch das Überschwappen der Krankheit nach Europa, wie nun jüngst in Italien, fördert eine kommende Rezession. Das chinesische Modell, als Seuchenprävention ganze Städte abzuriegeln, findet auch in Italien Anwendung, in der Lombardei wurden aufgrund zunehmender Infektionen Sperrzonen eingerichtet, in denen ähnlich wie in Wuhan niemand raus oder rein kommt.

Die mediale Panikmache verstärkt den Effekt der Hamsterkäufe nicht nur in Italien und in den betroffenen Gebieten, auch in anderen Teilen Europas decken sich Menschen mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ein, selbst in Deutschland kommt es mittlerweile zu Lieferengpässen aufgrund der hohen Nachfrage.

Die aktuelle Situation könnte der Beginn einer Rezession sein, wie es sie seit 1929 nicht mehr gegeben hat – das ist keine alarmistische Untergangsprophezeiung, sondern die logische Schlussfolgerung der Wirtschafts-, Finanz- und Krisenpolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte. Mit dem Euro wurde eine zutiefst instabile Währung etabliert, die aufgrund ihrer Konstruktion in einem punktuell extrem ungleichen Binnenmarkt (man Vergleiche die Wirtschaftsräume von Deutschland und Griechenland) bereits wenige Jahre nach ihrer Einführung in eine existenzielle Krise geraten ist. Die Unfähigkeit der schwachen Volkswirtschaften, souverän über ihren Währungsraum entscheiden und flexibel auf Krisen reagieren zu können, beispielsweise mittels Abwertung, führt zwangsläufig zu einem Impludieren der Währung.

Hinzu kommt der inflationäre Charakter des Euro, der über die Geldpolitik der EZB sukzessive entwertet wird – mittels künstlichen Niedrigzins und Geldschwemme auf dem Markt, dem kein realer Wert entgegen steht.

In Kombination mit den dadurch entstehenden Zombieunternehmen – die entweder durch künstlich billige Kredite oder durch staatliche Subventionen als ineffiziente Marktobjekte am Leben erhalten werden – steuern wir unweigerlich auf einen Crash zu.

Diese Situation wurde durch eine Politik verursacht, die eine längst überfällige Krise durch Bankenrettung und Staatsverschuldung genau so wie eine planwirtschaftliche Zinspolitik immer weiter in die Zukunft verschoben hat. 

Das blöde an Blasen ist lediglich, dass sie irgendwann platzen müssen.Wenn man sie in die Zukunft verschiebt und dabei die Größe der Blase anwachsen lässt, wird die Stärke der Krise weitaus heftiger, als sie es hätte sein müssen.

Das ist das Ergebnis der antizyklischen Wirtschaftspolitik, die seit Jahrzehnten von politischen Entscheidungsträgern und Ökonomen im deutschen Establishment verfolgt wurde. Die Saat des Keynesianismus wird am Coronavirus erliegen, sollte die Epidemie sich weiter ausbreiten – und auch die Weltwirtschaft infizieren.

2 Antworten

  1. 29. Februar 2020

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  2. 29. Februar 2020

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