Abschiebewelle nach Afghanistan

Von ERIK SNIPER | Am Mittwoch flogen nach Informationen des MERKUR 69 abgelehnte Asylanten vom Flughafen München aus nach Kabul, der Hauptstadt Afghanistans. Das ist die größte Menge an abgeschobenen Flüchtlingen auf einem Flug in der Geschichte der großen Flüchtlingskrise. Normalerweise gilt die Vereinbarung, dass sich nicht mehr als 50 Asylanten auf einem Flug in das Herkunftsland befinden. Bis jetzt wurden auch immer nur knapp 20 Menschen auf einmal abgeschoben. Die Maschine landete um 8:40 Uhr Ortszeit am Flughafen Kabul. Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, die islamistischen Taliban lehnen Friedensangebote ab und greifen weiter Sicherheitskräfte und Zivilisten an. Das Flüchtlingsministerium in Kabul ist alles andere als zufrieden. Ein Beamter, dessen Name nicht genannt werden soll, kritisiert die angeblich zu hohe Anzahl der abgeschobenen Personen. So sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Die Deutschen haben einen Fehler gemacht.“ Man habe die deutschen Polizisten an Bord auf die hohe Zahl angesprochen. Die Antwort sei gewesen, dass man die früheren geringeren Passagierzahlen habe wettmachen wollen. Seit Ende 2016 wurden rund 300 Afghanen aus Deutschland abgeschoben. Die bayrische Staatsregierung legte offen, dass sich auch die Regierungen von Hamburg, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Berlin, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein an der Aktion beteiligt haben. Fünf der 51 Personen, die aus Bayern abgeschoben wurden, waren Straftäter. „Die Afghanen mussten Deutschland verlassen, nachdem ihnen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechtskräftig kein Asylrecht zuerkannt hatte“, hieß es in der Mitteilung. Laut Bundesinnenministerium waren 134 Polizisten an der Abschiebung beteiligt. Dies ist nur einer von vielen Berichten, die auf die immer größer werdenden Abschiebeaktionen aufmerksam machen. Auch in NRW trat vor kurzem eine große Abschiebewelle in die Medien. Und jede Nachricht ist aufs neue erfreulich. Denn endlich kümmert sich der deutsche Staat um seine illegalen Einwanderer, die ihm seit dem Beginn der Flüchtlingskrise 2015 auf der Nase tanzten.