80 Jahre Münchner Verträge – vergessenes Waterloo der Friedensbewegung

MEHR LUFT! Die Kolumne von Chefredakteur Air Tuerkis

In diesen Tagen vor 80 Jahren marschierte die Wehrmacht im Sudetenland ein. Doch anders als bei der vorhergehenden Besatzung und Annexion Österreichs oder der Remilitarisierung des Rheinlands war die Stimmung in England nicht von Hass oder Furcht geprägt sondern von regelrechter Euphorie. In den größten Lettern, die es bis dato je in einer britischen Tageszeitung gab, titelte der Daily Express am Vortag „PEACE!“. Premierminister Chamberlain richtete sich ebenfalls am Vortag an sein Volk und verkündete: „I believe itis peacefor our time“. Das Volk bejubelte seinen Regierungschef, der zu seinem Außenminister Lord Halifax sagte: „Ich habe es, ich habe es!“.

Was er hatte, war eine schriftliche Zusicherung Hitlers, dass Großbritannien und Deutschland nie mehr Krieg miteinander führen würden. Chamberlain hatte diese schriftliche Zusage mit aller Kraft erkämpft und hatte einen teuren Preis bezahlt: das Münchner Abkommen. Es war der Höhepunkt seiner außenpolitischen Agenda, der Beschwichtigung, bekannt als „Appeasement“.

Die Vorgeschichte:
Am 10. April 1938 fand eine Volksabstimmung in Österreich statt, die mit 99,7% (als proklamiertes Ergebnis) den Anschluss an das Deutsche Reich besiegelte. Österreich war zuvor von Wehrmachtstruppen besetzt worden, die Abstimmung fand unter Aufsicht der Nazis statt. Hitler hatte damit seine Ankündigung aus „Mein Kampf“, erschienen über 10 Jahre zuvor, verwirklicht und Österreich „heim ins Reich“ geholt.

In London und Paris herrschte Verzweiflung und Erstaunen, es folgten aber keine Konsequenzen. Nicht mal leere Drohungen.

Hitlers nächster Coup sollte die Besetzung der Tschechoslowakei sein; das hatte er bereits Ende 1937 vor hohen Funktionären angekündigt. Seitdem machte sich die Wehrmacht für einen Angriff auf die Tschechoslowakei bereit.

Eine Rechtfertigung hatte Hitler über die Sudetenfrage:
Die Lage im mehrheitlich deutsch besiedelten Sudetenland war in der Tat sehr angespannt. Im Vertrag von Saint-Germain (der parallel zum Versailler Vertrag entstand) wurde das Sudetenland dem neuen Vielvölkerstaat Tschechoslowakei einigermaßen willkürlich zugeordnet. Der Widerstand der Bevölkerung wurde durch den Einmarsch tschechoslowakischer Truppen beendet. Den ethnischen Minderheiten und somit auch den Sudetendeutschen wurden Autonomierechte verwehrt, und sie waren massiven staatlichen Diskriminierungen ausgesetzt. Die tschechischen Parteien fällten wichtige politische Entscheidungen in einem Fünferrat unter Ausschluss der Parteien der ethnischen Minderheiten. In Folge dessen bekam die „Sudetendeutsche Partei“, die sehr enge Kontakte zur NSDAP pflegte und ihre Befehle direkt von Hitler bekam, 1935 die meisten Stimmen aller Parteien in der Tschechoslowakei.

Hitler befeuerte nun den Konflikt im Sudetenland: Konrad Henlein, Vorsitzender der Sudetendeutschen Partei (SdP) stellte eine Reihe an Forderungen (unter anderem Autonomie) an die tschechoslowakische Regierung. Die SdP und ihre Anhänger begannen, tschechische Mitbürger unter Zuhilfenahme von ins Land gereisten SA-Männern zu bekämpfen und inszenierten Straftaten von angeblichen Tschechen in den deutschen Grenzgebieten.

Hitler legte schon im Mai ein Datum für seinen Einmarsch in die Tschechoslowakei fest: Den 1. Oktober 1938.

Aus militärstrategischer Sicht war eine Einnahme des Sudetenlandes für Hitler entscheidend. Das Sudetengebirge bot militärischen Schutz vor Deutschland, außerdem hatte die Tschechoslowakei bereits beträchtliche militärische Maßnahmen ergriffen, um das Sudetenland zu einer Art Schutzschild der Tschechoslowakei gegen Deutschland zu machen. Ein Krieg gegen die Tschechoslowakei in den Sudeten hätte Deutschland wahrscheinlich große Verluste bereitet. Außerdem standen über 2/3 der tschechoslowakischen Kraftwerke im Sudetenland und eine Vielzahl an Eisenwerken, die ganz besonders wichtig für Deutschland waren, dessen massive Aufrüstungspolitik immer wieder durch Rohstoffmangel ins Stottern kam.

Die westeuropäischen Politiker, allen voran Nevile Chamberlain, wollten den Frieden wahren – um jeden Preis. Anfang August entsandte das Vereinigte Königreich eine Delegation nach Prag, um den tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš zum Einlenken zu bringen. Sie versicherten ihm: Wenn er nicht einlenkt und es zum Krieg kommen sollte, wird man nicht an der Seite der Tschechoslowakei kämpfen. Am 30. August beugte sich Beneš schließlich und willigte ein, den Sudetendeutschen Autonomierechte zu gewähren.

Doch Konrad Henlein bekam die Order von Hitler, das Angebot auszuschlagen. Am Ende des Telefonats schrie er: „Lang lebe der Krieg. Und wenn er 2 bis 8 Jahre dauert“.

Am 10. September sprach Hitler auf dem Nürnberger Reichsparteitag und sagte, dass er den Sudetendeutschen um jeden Preis beistehen werde. Alle Zeichen standen nun auf Krieg, und so war in London und Paris die Frage allgegenwärtig, wie man sich im Kriegsfalle verhalten würde. Chamberlain ging bei Anrufen aus Paris nicht ans Telefon, ließ Anfragen an Diplomaten abblocken und machte den Westen so führungslos. Er hatte seinen eigenen Plan: Jetzt, da die Krise am stärksten war, wollte er Hitler in einem persönlichen Treffen zum Einlenken bringen. Er hielt sich für den Mann, der Frieden bringen kann.

Er bot Hitler bei einem Treffen auf dem Obersalzberg an, eine Volksabstimmung im Sudetenland durchzuführen. Doch auch das lehnte Hitler ab und verkündete: „Ich werde in kürzester Frist diese Frage – so oder so – aus eigener Initiative regeln.“

Die Gespräche drohten zu kippen, doch im entscheidenden Moment gab Hitler ein wenig nach: Er willigte ein mit dem Kalkül, dass die Tschechoslowakei ohnehin keiner Volksabstimmung zustimmen wird. Außerdem wollte Hitler einen Scheinkompromiss mit Großbritannien finden, um einen Kriegseintritt zugunsten der Tschechoslowakei zu verhindern. Denn Deutschlands militärische Stärke war noch sehr eingeschränkt. Der Blitzkrieg war aus rüstungstechnischer Sicht das einzig Mögliche. Einen Krieg gleichzeitig gegen die Tschechoslowakei und gegen England und das – immer noch – überlegene Frankreich zu führen, wäre in einem Debakel geendet. Er musste langsam und Schritt für Schritt vorgehen und darauf achten, keinen 2-Fronten-Krieg zu erzeugen. Hitler und Chamberlain verabredeten ein zweites Treffen in Kürze.

Beneš lehnte die Übereinkunft zwischen Chamberlain und Hitler erwartungsgemäß ab. Doch Chamberlain wollte diesen Frieden – mit aller Gewalt.

So kündigte er zunächst Paris die Rückversicherung im Falle eines Kriegseintritts Frankreichs zugunsten der Tschechoslowakei. Er brachte so das sozial und politisch gespaltene Frankreich auf seine Linie und ließ Gesandte beider Länder in der Nacht des 21. Septembers dem tschechoslowakischen Staatspräsidenten ein Schreiben vorlesen, in dem beide Länder erklärten, Prag im Kriegsfall in keinster Weise zu unterstützen. Der Franzose brach dabei vor Scham in Tränen aus.

Beneš willigte ein – er hatte keine Wahl. Ein Kampf alleine gegen Deutschland wäre ein Selbstmordkommando gewesen.
Am Tag darauf fand das 2. Treffen zwischen Chamberlain und Hitler statt. Chamberlain hatte alle Wünsche Hitlers durchgesetzt und bot Hitler nun an, das Sudetenland – sogar ohne Volksabstimmung – an Deutschland zu übergeben. Doch Hitler kritisierte die Zeitabstände und forderte die sofortige Übergabe der Gebiete. Chamberlain konnte aber noch aushandeln, dass die Übergabe nicht sofort stattfinden sollte, sondern erst am  1. Oktober 1938.

Regelrecht stolz auf sein Ergebnis kehrte Chamberlain nach London zurück.

Doch der „große Frieden“ Chamberlains geriet sofort wieder ins Wanken: Erneut lehnte Beneš das Ultimatum ab und ließ mobil machen. Auch Frankreichs Premier Daladier wollte an der Seite Prags in den Krieg eintreten und veranlasste die Generalmobilmachung. Außenminister Halifax gab im Kabinett bekannt, die Appeasement-Politik fortan nicht mehr zu unterstützen. Chamberlain musste unter massivem Druck nachgeben; er schlug vor, den Konflikt von einer internationalen Kommission ausverhandeln zu lassen.

Hitler lehnte natürlich ab und stellte den Tschechoslowaken darüber hinaus ein Ultimatum: Wenn sie nicht bis zum 28. September seine Forderungen akzeptieren würden, erkläre er am 1. Oktober den Krieg.

Erneut ging Chamberlain auf die Knie, bot Hitler ein Treffen mit den europäischen Regierungschefs an. Hitler willigte ein und gab 24h Aufschub.

So fand am 29. Spetember 1939 in München ein Treffen der Vertreter von England, Frankreich, Deutschland und Italien statt. Die Tschechoslowaken hatte Hitler ausgeladen.

Mussolini unterbreitete einen Aktionsplan, der beinhaltete, dass die Tschechoslowakei am 1. Oktober mit der Räumung des Sudetenlandes beginnt und diese am 10. Oktober abschließt. Chamberlain und Daradier willigten ein. Der Vorschlag kam in Wahrheit aus Berlin und wurde am Vortag nach Rom gesendet, er entsprach nahezu exakt der Forderung, die Hitler von Anfang an stellte.

Diese Schande von dem faulsten aller faulen Kompromisse – unterzeichnet am 30. September 1938 – ging als Münchener Abkommen in die Geschichte ein.Chamberlain bekam zudem die vage aber schriftliche Zusicherung Hitlers, dass es keinen Krieg zwischen Deutschland und England geben werde. Zurück in England verkündete er dies als das Hauptergebnis dieser Verhandlungen in München, er ließ sich als den Mann feiern, der seinen eigenen Stolz überwunden hat, um den Krieg zu verhindern.

Am 1. Oktoberüberschritten Wehrmachtstruppen die deutsch-tschechoslowakische Grenze.

Doch Hitler brach den Vertrag praktisch sofort. Er forcierte die Sezession der Slowakei als einen deutschen Satellitenstaat und ließ am 15. März 1939 die „Rest-Tschechei“, die geschwächt und zerklüftet keine Widerwehr mehr leistete, besetzen. Durch die erbeuteten Militärgüter der modernen Industrienation konnte er zwischen 15 und 20 Heeresdivisionen bewaffnen. Die Sudetendeutschen rekrutierte er in hohem Umfang als Soldaten für die Wehrmacht.

Zwar übte nun die innerparteiliche Opposition in England Druck aus und erzwang so eine drastische Ausweitung der Rüstungsausgaben Großbritanniens, doch Chamberlain blieb auch jetzt noch Appeaser.

Auf Hitlers Bruch des Münchener Abkommens im März 1939 reagierte er nicht. Auch als Deutschland Polen am 1. September 1939 überfiel, schaffte er es, keinen Krieg mit Deutschland zu führen, obwohl er für Polen eine Beistandsgarantie verkündet hatte. Er erklärte zwar den Krieg, veranlasste aber keine nennenswerten Maßnahmen, griff nicht an und führte so den so genannten „Sitzkrieg“ zwischen September 1939 und dem 10. Mai 1940 (Beginn des Westfeldzuges). Die Franzosen verschanzten sich hinter der Maginot-Linie, und die Engländer setzten lediglich ein Expeditionskorps über den Ärmelkanal.

Man wartete geduldig (während Deutschland einem Angriff von Westen nur wenig hätte entgegensetzen können), bis Deutschland den Krieg im Osten beendete, seine Truppen nach Westen verlegte und schließlich durch die Ardennen in Frankreich einmarschieren konnte. Mit Beginn des Westfeldzuges im Mai 1940 trat Chamberlain zurück und wurde durch den langjährigen Hitler-Kritiker, die Leitfigur der Resister (Gegenbewegung zu Appeasement) Winston Churchill ersetzt.

Nun wehte ein anderer Wind: “We shall defend our Island, whatever the cost may be, we shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.“.

 Bereits am 20. Mai wurden die britischen Truppen jedoch an der Atlantikküste eingekesselt. Die Lage schien verloren, und so kamen die Appeaser aus ihren Löchern gekrochen: Sie wollten erneut mit Deutschland verhandeln. Eine Einigung treffen, Frankreich aufgeben und Frieden machen. Und sie waren kurz davor, den in der innerparteilichen Führungsriege isolierten Churchill wieder zu stürzen – das grenzte schon an Kollaboration.

Am Ende setzte Churchill sich allerdings durch, und seinem Mut und seiner Entschlossenheit ist es zu verdanken, dass das „Wunder vonDünkirchen“ (die spektakuläre Rettung der eingekesselten britischen Truppen in Frankreich zwischen dem 26. Mai und dem 4. Juni) gelang. Ihm ist es zu verdanken, dass Deutschland immer noch einen Feind im Westen hatte. Ohne Churchill hätte es vielleicht keinen D-Day gegeben.

Chamberlains Politik war vielleicht von gutem Glauben geprägt, von dem Glauben, dass kein Staatschef so skrupellos sein kann und mutwillig in einen Krieg steuert. Vielleicht wollte er die Sudetendeutschen aus ihrer problematischen Situation befreien.

Aber dieses Argument kann niemand in dieser Situation vorbringen. Denn man befreite nicht die Sudetendeutschen, man fütterte ein Raubtier mit fremdem Blut. Hitler in dieser Situation klein beizugeben, war Wahnsinn – und kann durch nichts gerechtfertigt werden.

Man kann auch nicht sagen, dass das Münchner Abkommen den Krieg zwar nicht verhindert hat, dass es den Versuch aber wert war. Denn die rüstungsmäßige Unterlegenheit Deutschlands war selbst während des Westfeldzugs noch fast 2:3 gegenüber Frankreich und England.

Hitler konnte nur gewinnen, da er immer nur einen Feind gleichzeitig hatte, und diesen in einem schnellen Kampf niederwerfen konnte. Weder für einen längeren noch für einen Mehrfrontenkrieg war die Wehrmacht bereit. Die Verluste der deutschen Luftwaffe waren selbst während des Westfeldzugs so enorm, dass man den Vormarsch (für den der Angriff der legendären „StuKas“ entscheidend war) nicht viel länger als jene 5 Wochen hätte durchhalten können.
Dazu kommt, dass Hitler durch die Besatzung Österreichs und der Tschechoslowakei immense Kapazitäten für Rüstungsgüter und Soldaten gewann. Hätten England und Frankreich Deutschland bei einem Angriff auf die Tschechoslowakei mit Krieg gedroht, hätte Hitler diesen Krieg nicht gewinnen können und womöglich zu diesem Zeitpunkt gar nicht begonnen. Das Münchner Abkommen hatte also einen verheerenden Effekt zugunsten der Hitlerschen Kriegsstrategie.

Chamberlain kann sich nicht von der Schuld reinwaschen: Die Verfolgung der Juden in Deutschland war präsent, die Konzentrationslager von Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald standen schon. Die Nürnberger Rassengesetze waren bereits verabschiedet. Die Legion Condor war bereits damit beschäftigt, Spanien zurück in die Steinzeit zu bomben. Hitler hatte bereits mehrfach und ausdrücklich z.B. in „Mein Kampf“ die Erweiterung des deutschen „Lebensraums“ angekündigt. Er hatte bereits Österreich annektiert, den Versailler Vertrag gebrochen. Deutschland gab fast die Hälfte seines Staatshaushaltes für Waffen aus. Spätestens mit dem Überfall auf Polen hätte Chamberlain handeln müssen. Er hätte einsehen müssen, dass Appeasement gescheitert war.

Alles, was Chamberlain nicht wissen wollte, wissen wir heute in aller Deutlichkeit. Wir wissen, dass es Staaten gibt, die zu allem bereit sind, die vor nichts halt machen. Wir wissen, dass es Staaten gibt, mit denen man nicht verhandeln kann. Wir wissen, dass man Frieden nicht immer mit Verträgen erreichen kann.

Appeasement gegenüber jemandem, der weder an Frieden noch an Koexistenz interessiert ist, heißt in letzter Konsequenz vollständige und bedingungslose Kapitulation. Denn nur durch Kapitulation kann man den fest entschlossenen Angreifer davon abhalten, Blut zu vergießen. Kapitulation vor Massenmördern ist allerdings alles andere als human – genauso wenig wie bedingungsloser Pazifismus. Es ist kein Zufall, dass heutige Linksextreme und sogar viele Nazis die Idee des Friedens um jeden Preis als etwas Gutes propagieren. Paul Spiegel sagt: „Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder“.

Heute wissen wir alles: Der oberste Führer des Irans stellte bereits einen 9-Punkte-Plan zur Beseitigung Israels vor, der iranische Präsident schrie es bereits Studenten zu: „Israel muss von der Landkarte getilgt werden“. In den letzten Jahren hat der Iran sein Militärbudget fast um 1/3 erhöht, die iranisch kontrollierte Hisbollah geißelt den Libanon, die irakische Regierung und die schiitischen Milizen im Irak werden vom Iran beeinflusst, im Jemen wird ein blutiger Bürgerkrieg forciert, in Syrien stehen die iranischen Revolutionsgarden. In fast einem Duzend der arabischen Länder sind iranische Militärs und Berater stationiert. Das Ziel ist klar: Der Iran will den nahen Osten dominieren, Israel vernichten und die Atombombe bauen.

Aber in den Europäischen Hauptstädten will man davon nichts wissen. Es ist ironisch, dass gerade wir Deutschen nicht glauben wollen, was ausgebreitet und offen, nicht mal mit dem Versuch einer Verschleierung belegt, vor uns liegt.

Und wir appeasen – diesmal kann wirklich niemand sagen, er hätte es nicht gewusst. Wir müssen den Mut haben, nicht wegzusehen, nur so kann man den Frieden wahren.

Ronald Reagan soll einmal gesagt haben „Die Geschichte lehrt, dass Kriege beginnen, wenn die Regierungen glauben, dass der Preis der Aggression niedrig ist“.

Doch die Geschichte – der beste Lehrmeister – hat bekanntlich die schlechtesten Schüler. Die deutsche wie die europäische Außenpolitik ist vollständig in den Appeasement-Modus umgeschwenkt.

Wir versäumen es, die Flamme zu ersticken, und werden einen Waldbrand ernten.

6 Antworten

  1. Demmel sagt:

    Immer das gleiche!
    Die Frage, weshalb es zu Hitler kam , wird einfach weg geblendet, weil die deutsche Geschichte heute erst mit 1933 beginnt.
    Der Knebelvertrag von Versailles und die Rasereien der linken Räterepubliken im nachkaiserlichen Deutschland werden ausgeblendet, obwohl dies der Humus war, auf dem Trostlosigkeit, Verelendung und Gewalt wachsen konnten.
    So geht Geschichte nicht. Hitler ist nicht die Schuld der Deutschen, sondern wurde den Deutschen durch innen- und ausländisches Geschachere angetan.
    Das Ergebnis ist bekannt.
    Zahlen muß , wie immer der Verlierer, das Volk.
    Hier nun den Bogen zum Iran zu Spannen mit Chamberlains Apeasement -Politik als Vergleich im Schlepptau ist ebenfalls eine Art von Appeasement, weil politisch so als Lesart in Deutschland erwünscht.
    Fällt der Iran, wrid Saudiarabien durch nichts mehr in Schach gehalten.
    Ist dies eine bessere und sicherheits-garantierte Zukunft für Israel?
    Ich glaube, dieser Wunschtraum wird für Israel zum finalen Albtraum, weil Saudi-Arabien nur eins kann; Gewalt sähen und nochmals Gewalt sähen und die Lüge auch in der saudischen Diplomatie ist korangedeckt und koranerwünscht.
    Wären die Al-Raschids in Arabien der führende Clan, sähe dies wahrscheinlich anders aus. Aber die wurden vor 80 und mehr Jahren durch den Saudi-Clan nahezu ausgerottet wegen ihrer Haltung, die den Ausgleich für selbstverständlich hielt.
    Die Saudis sind eine psychopathische Mörderbande und das weiß auch Netanjahu, auch wenn er derzeit mit diesen Teufeln zu tanzen scheint.
    Die Amerikaner als Sponsoren und Protektoren der Saudis sind kein sicherer Kantonist, da bei ihnen writschaftliche Interessen immer stärker sind als irgendwelche anderen Aspekte, selbst eine mögliche Gefährdung der Existenz Israels. ( siehe die Haltung/Abneigung gegenüber Israel während 8 Jahren Regierung Obama)

    • karlkrumhardt sagt:

      „Hitler wurde den Deutschen angetan“??? Bei allem Verständnis für das Genervtsein vom ewigen Gerede über die deutsche Schuld (auf die perverserweise z. B. auch muslimische Antisemiten implizit ihre dreisten Ansprüche gründen) – das stimmt einfach nicht. Deutsche haben Hitler gewählt und massenhaft bejubelt, sie haben sich an der Enteignung der Juden bereichert und an ihrer Ermordung beteiligt oder zumindest weggesehen. Das sind historische Tatsachen, die durch an Deutschen zuvor begangenes Unrecht ev. erklärt, aber doch nicht entschuldigt werden können. (Das wäre Kränkungs-Logik à la Islam). Trotzdem müssen wir deshalb nicht heute jeden Kriminellen pampern, nur weil er links oder Ausländer ist.
      Die Logik, dem Iran nicht entgegenzutreten, um die Saudis einzudämmen, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Wenn zwei irre Mächte die Welt bedrohen, können wir ja wohl kaum darauf hoffen, dass sie sich schon irgendwie gegenseitig neutralisieren. Israel macht sich bzgl. Saudiarabiens sicherlich keine naiven Illusionen, ist aber doch gezwungen, mit denen zu verhandeln, die dazu bereit sind. Die USA stehen dabei am verbindlichsten zu Israel – besonders seit Trump an der Macht ist – obwohl Deutschland in diesem Punkt deutlich mehr Gründe dafür hätte.

  2. MSomelier sagt:

    Man kann Froh sein: Wenn diese Einsicht schon nicht bei den herrschenden da ist, dann wenigstens irgendwo bei der Jugend! Dieser Blog ist ein Lichtblick in der Dunkelheit..

  3. A. Meir sagt:

    Alle Achtung! Sowas auf einem Schülerblog zu finden. Sehr detailliert, sehr faktenreich, sehr klug analysiert! Soviel Akribie ist bei den „Erwachsenen“ eher selten zu finden. Macht weiter so! Ich bleibe bei euch!

  4. Johannes F. sagt:

    Sehr guter, klarer Artikel! Heiko „Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen“ Maas sollte mehr Geschichtsbücher lesen, und weniger sein eigenes Buch über den K(r)ampf gegen „Rechts“.

  5. le chaim sagt:

    Toller Artikel.
    Sollte heute landesweit gelesen werden!

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