70 Jahre Luftbrücke: Berlin blamiert sich


Von Lucy Mai | Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70. Jubiläum der Luftbrücke sollten an diesem Wochenende noch einmal die berühmten Rosinenbomber über die Hauptstadt fliegen. Mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war auch ein prominenter Schirmherr gefunden worden. Doch am Donnerstag erhielten die Veranstalter und die ca. 150 Piloten eine Absage. Statt in Berlin landen die Rosinenbomber nun im niedersächsischen Faßberg und Nordholz sowie im schleswig-holsteinischen Jagel.

Die Luftbrücke war der Ausgangspunkt für eine lange anhaltende intensive Verbindung zwischen Deutschland und den USA. Als die Sowjetunion 1948 die Blockade über West-Berlin verhängte, vollbrachten die USA und weitere Alliierte eine mutige und logistische Meisterleistung. Dabei war die Versorgung der Westberliner mit lebensnotwendigen Gütern so kurz nach dem grausamen NS-Regime keine Selbstverständlichkeit. Die Luftbrücke sorgte nicht nur dafür, dass die Westdeutschen ihre Feindbilder gegenüber den Amerikanern aufgaben, sondern auch dafür, dass ein neuer Durst nach Freiheit und Demokratie in der deutschen Gesellschaft aufkam. Dies legte schließlich den Grundstein für ein souveränes demokratisches Deutschland und über vierzig Jahre später auch für die Wiedervereinigung Deutschlands.

Doch anstatt die Rosinenbomber in Berlin landen zu lassen und die Amerikaner für ihre mutige Leistung, die das Überleben der Menschen in Westberlin sicherte und den Grundstein für die deutsch-amerikanische Freundschaft bedeutete, zu würdigen, blamiert sich die Stadt vollends. Von der rot-rot-grünen Berliner Regierung um Bürgermeister Michael Müller kommt bis auf Ausreden nicht viel. Der Bildzeitung sagte der Sprecher des Bürgermeisters, dass trotz verlängerter Fristen nötige Unterlagen nicht „vollständig und korrekt“ eingereicht wurden.

Gerade heutzutage, wo viele Deutsche immer kritischer auf die USA blicken und sich eine antiamerikanische Stimmung breit macht, wäre solch ein starkes Zeichen wie die Landung der Rosinenbomber in Berlin bitter nötig.

5 Antworten

  1. Gidon David sagt:

    … und wieder riegelten Sozialisten Berlin ab. Alles Müller, oder was? Ein Déjà-vu nach 70 Jahren und eine Schande für die freiheitliche Welt. Rot-rot-grün zeigt den Helden von Damals voller „Dankbarkeit“ den Mittelfinger. Und selbst den deutschen Zeigefinger haben sie nicht vergessen – ja, ja, angeblich fehlten „Unterlagen“! Und der Schirmherr duckt sich unter seinen Schirm ab, anstatt ihn über das noch lebende Denkmal zu halten. Pfui! In die Halloween-Sprache übersetzt, kann ich nur sagen: this miserable trick means no treat! Zeman und Sarrazin sollten Recht behalten…

  2. Raubtierkapitalist sagt:

    Landeverbot beim Luftbrücken-Jubiläum: Helden-Piloten rechnen mit der Berliner Politik ab

    US-Pilot Captain Sherman Smoot sagt: „Ich bin sehr verärgert über die Entscheidung. Richtig angepisst. Hätten die Politiker es gewollt, wir hätten die Genehmigung innerhalb von Minuten gehabt. Wir werden nie wiederkommen. Auch nicht zum 75. Jahrestag. Es hat Hunderttausende Dollar gekostet, alles hier herzubringen, und dann so was. Berlin sollte damals von den Sozialisten ausgehungert werden. Jetzt regieren sie und treffen diese Entscheidung. Das ist ein Haufen Pferdesch….“

    https://m.bild.de/politik/inland/politik-inland/luftbruecken-jubilaeum-in-berlin-helden-piloten-rechnen-mit-politik-ab-62673028.bildMobile.html

  3. Bluecher sagt:

    Sehr gut geschrieben. Kompliment.
    Einst war Berlin Preußens Kapitale – heute ist es zu einer fürchterlichen Stadt verkommen und wenn man den Rosinenbombern die Landeerlaubnis mit fehlenden Formularen verweigert. Ob man 1948 auch auf vollständige ausgefüllte Formulare bestanden hat?

  4. Alexander sagt:

    Da zeigt sich wieder einmal, wie unfähig unsere Politiker sind. Das ist ein außerordentliches Ereignis, das mag außerordentliche Ausnahmen und Gut-will erforderlich machen. Es ist für mich unverständlich, dass hier Behörden, die doch eher das Regelmäßige, Standardmäßige regeln sollen, letztlich auch bei solchen Ereignissen der unüberwindbare Flaschenhals werden.

    Warum stellt sich nicht unserer Bürgermeister Herr Müller (SPD) hin und sagt:
    „Das ist außerordentlich, das ist wichtig für unsere Stadt, wichtig für unsere Beziehungen und nicht zuletzt ein Zeichen unserer Wertschätzung. Und ob dieses Ereignis je eine zweite Chance haben wird? Wohl nicht! Denn schon jetzt sind die Flieger mindestens 70 Jahre alt. Darum müssen wir das realisieren und wenn dafür die eine oder andere Ausnahme erteilt werden muss.“

    Unsere Politik lebt für sich allein, ist fernab unserer Zeit und der Gesellschaft. Sie wird von Nicht-Fachleuten dominiert und so handelt sie eben auch.

    An der Stelle möchte ich Herrn Thomas Keller bedanken, der mit seinem Team dieses außerordentliche Ereignis initiiert und mit viel Tatkraft realisiert hat.

  5. Michael sagt:

    Mit dieser Gesellschaft ist nichts mehr anzufangen.
    Die politische Stimmung und der Konsens sind genau so kaputt und moralisch erbärmlich, wie in den 30er und 40er Jahren.
    Vielleicht kann es unser Volk auch einfach nicht…