70 Jahre DDR – ein triftiger Grund zum Feiern?

Von MANUEL FREUND | Wer „Führers Geburtstag“ feiert, kommt in Deutschland in Schwierigkeiten: Zurecht. Denn 12 Jahre Nationalsozialismus sind das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Es ist gut und richtig, dass es sich verbietet, den Geburtstag Adolf Hitlers, oder den 30. Januar als Tag der NS-Machtübernahme zu feiern. Konsens – oder?


Ein weiteres sehr schreckliches Kapitel der deutschen Geschichte sollte ähnlich behandelt werden: Die DDR. Das Land war diktatorisch, undemokratisch und ehrlich gesagt auch Schuld an der schlechten Wirtschaftlichen Lage, die noch lange nach der Wiedervereinigung nicht behoben war (und teilweise noch immer nicht ist). Bedauerlicherweise gibt es Leute, die das Verhaften und psychische Misshandeln von politischen Gegnern – angeleitet von der Stasi – immer noch befürworten. So wird dieses Jahr im Namen der Linken am 4. September der 70. Jahrestag der DDR gefeiert – obwohl das Regime nebenbei bemerkt am 7. Oktober entstand.

Ich kann es wirklich nicht fassen. Der ganze Ortsverband Neu-Hohenschönhausen unterstützt und Plant das Event in Lichtenberg. In meinen Augen ist dieses „Fest“, das für mich eher wie eine Art Gedenkfeier wäre, der eindeutige Beweis dafür, dass der Bildungsauftrag in Deutschland nicht erfüllt wurde. Eine der Hauptplanerinnen des Events, Julia Müller, komme nach eigenen Aussagen aus dem Westen und ist 24 Jahre alt, sie hat also gar nichts mit der DDR zu tun gehabt. Anscheinend war ihr Geschichtslehrer allerdings so schlecht, dass ihr die Zustände damals in der DDR nicht bekannt sind. Menschenrechte: ein Fremdwort für die SED und deren „Schwert und Schild“ Stasi. Menschen wurden -bewiesenermaßen – überwacht und von „guter Wirtschaft“ in der DDR zu reden ist sogar eine Beleidigung für jedes zweite-Welt Land. Aber Julia ist wohl einer dieser Neo-Kommunisten, die mit allen Vorteilen des Kapitalismus aufgewachsen sind, diese auch behalten wollen, ihn aber trotzdem ablehnen. Eine Art umgekehrtes Stockholm-Syndrom, möchte man fast meinen: Man hasst seinen größten Wohltäter.

Am allerschlimmsten jedoch: Die Parteispitze der Linken befürwortet das Event zwar nicht, sie distanzierte sich auf Anfrage jedoch auch nicht. Solch ein Verhalten ist nichts anderes als Befürworten von undemokratischer Politik, ein Phänomen, das bei der Linken nicht gänzlich neu ist.
Man kann niemandem einen Vorwurf machen, der die Verbindung zwischen der Linkspartei und ihrer Vorgängerpartei SED noch immer sieht – die Linken scheinen ja quasi danach zu betteln, in historischer Kontinuität gesehen zu werden. Wie jemand eine Partei wählen kann, die die DDR zelebriert, ist mir einfach nicht klar. Wie eine solche Partei in der politischen Landschaft akzeptiert werden kann, noch weniger.

1 Antwort

  1. moneypenny sagt:

    Die Leute sollen doch bitte einfach nach Nordkorea auswandern

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