Wollt ihr die totale Gerechtigkeit?

Von MAX ZIMMER | Nichts scheint den Menschen heutzutage wichtiger zu sein: Die Gerechtigkeit. Klar, auch vor 200 Jahren war das bereits ein großes Thema, ein Thema, welches Werke wie “Das Kapital“ und somit Menschen wie Karl Marx und in letzter Konsequenz leider auch solche wie Lenin und Stalin, populär gemacht hat. Nur ist der Kampf der oftmals Links-Gesinnten politisch interessierten für den wagen Begriff “Gerechtigkeit“ innerhalb der, ebenfalls sehr ungenau definierten, “Gesellschaft“ heutzutage über neue wie auch alte Medien populärer denn je. Jedes Kind “weiß“ heute, wie gut doch der Mindestlohn, wie notwendig das Teilen in Form von Steuern (besonders beliebt: Steuern auf deinen Privatbesitz, wie Vermögen, Haus etc.), und dass der Markt böse ist. Gut, das mag vielleicht nicht jedes Kind genau wissen und erklären können, das räume ich gerne ein. Aber es ist nun mal so, und das versuche ich auszudrücken, dass die Logik des “Fair-Sharing“ und das Prinzip der staatlichen Eingriffe in die persönliche Freiheit der Menschen im Namen der sozialen Sicherheit sehr beliebte und von nahezu allen “Mainstreamern“ akzeptierte Ideen sind.
Kaum jemand wird die Prinzipien von Freiheit und auch von Ökonomie so weit verstanden haben, als dass er genug um die Ecke denken kann, um etatistische (staatliche) Argumentationsmuster zu durchbrechen. Ich will gar nicht auf die Schiene der Grundsatzdiskussion “Staat oder kein Staat: Das ist hier die Frage“, sondern viel mehr auf das einfache Prinzip von “Du sollst nicht stehlen“ und “Du sollst keine Gewalt anwenden“ eingehen, das jedes Kind schon als Grundsätze menschlichen Miteinanders im Kindergarten lernt. Aber wenn es dann auf einmal an die heilige soziale Gerechtigkeit geht, ja dann werden plötzlich alle zu autoritären Polizeistaatlern. “Verhaften solle man sie, die bösen, asozialen Hinterzieher! Leistet gefälligst euren Tribut an unsere Herrscher, auf dass sie mehr in deine Überwachung, Gängelung und Bevormundung investieren können!“ ist, mal etwas einfach und populistisch formuliert, in etwa die Aussage von Menschen, die Steuerhinterzieher deswegen anklagen, dass sie ihr eigenverdientes Geld behalten wollen, nicht aber den Staat dafür anklagen, das Geld anderer mit Androhung von Gewalt entwenden zu wollen. Aber laut denjenigen, die Herrschaft in Form des Staates gutheißen, ist das ja nur dein fairer Anteil an den Straßen, den Gerichten, dem Sozialsystem und den Schulen. Das kann sein. Aber eben nur zum kleinen Teil. Der größte Teil fließt in ganz andere, viel brisantere, und gerade deshalb wichtigere “Projekte“. Spontan fallen mir da ein: Geheimdienste, Militarisierung der Polizei, Ausbau der Videoüberwachung, Bürokratisierung, Bankenrettung, Konjunkturpakete bzw. Finanzspritzen, Konzernsubventionen, Aufrüstung des Militärs, Euro-Rettungsmaßnahmen, Erhaltung des zentralen Finanzsystems (Federal Reserve und EZB) und so weiter und so fort. Ach ja und in Deutschland sprudelt es nur so vor Steuerüberschüssen. Warum sind die Schulen dann marode? Warum gibt es gravierende Alters- und Kinderarmut? Warum ein Zweiklassen Gesundheitssystem, einen Pflegenotstand und einen, immer weiter wachsenden, Niedriglohnsektor? Scheint so, als wären Steuern kaum ein “Anteil an der Gerechtigkeit“, sondern viel mehr eine Zwangsinvestition in oben genannte Punkte. Eben alles, was als Rattenschwanz eines starken und somit korrumpierbaren Staates mit sich kommt und was das Grundprinzip von Herrschaft mit sich bringt.
Dies geht an alle Etatisten, die meinen mit immer mehr staatlichen Eingriffen, Regulierungen und Steuererhöhungen für “die da oben“ irgendwas zu bezwecken: Ihr seid nur dir Handlanger eines illegitimen und inhumanen Herrschaftssystems, scheinbar ohne es zu merken.
Wenn ihr aber anfangt, euch das simple Prinzip, dass jeder sich selbst gehört und somit keinem Herrscher, Staat und keiner Gruppe unter Androhung von Gewalt einen Tribut leisten muss, um weiterhin ein Recht auf Freiheit genießen zu dürfen, werdet ihr meiner Hauptaussage kaum etwas entgegenzusetzen haben. Niemand sollte im Namen der Gerechtigkeit gezwungen werden, eine Politik oder ein System, geschweige denn ein gesellschaftliches Kollektiv, aufrechterhalten zu müssen.
Und nein, natürlich ist es ein Problem, wenn auf der einen Seite Eltern Probleme haben, ihre Kinder zu ernähren, und auf der anderen Seite ein Milliardär eine Bentley Sammlung besitzt. Aber glaubt ihr wirklich, dieses primär ökonomische Problem, das auch viel mit Bildung zu tun hat, lediglich durch eine autoritäre, polizei-staatliche „eiserner Faust“ lösen zu können, also mit Hilfe des selben Staates, der diese Probleme durch seine korrupte und korporatistische Struktur erst ermöglicht hat?
Oder sollte man nicht lieber Menschen die Möglichkeit geben, eine eigene Existenz selbstverantwortlich aufzubauen? Denn dabei hilft kein Sozialsystem dieser Welt.
Und für diejenigen unter euch, die jetzt immer noch sagen, der Staat sei die einzig legitime Möglichkeit, derartige Probleme lösen zu können, habe ich jetzt ein moralisches Pendant:
Stellt euch vor, es sind die 1860er in Alabama und die Gesellschaft spaltet sich in „pro-Sklaverei“ und „anti-Sklaverei“. Während das Lager, welches Sklaverei ablehnt, als einziges Argument anführen kann, dass Sklavenhaltung ethisch absolut falsch ist, hat das pro-Sklaven-Lager dutzende ökonomische und gesellschaftliche Argumente, für die Beibehaltung dieses Systems.
Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Für welches Lager entscheidet ihr euch?
Ich bin mir ziemlich sicher, und hoffe auch als Antwort einheitlich „Anti-Sklaverei“ zu erhalten.
Und jetzt beziehen wir dieses Beispiel einfach auf den interventionistischen Sozialstaat, welcher manche Menschen bestiehlt, in die Wirtschaft eingreift, Umverteilt und so weiter.
Dann reicht, genau so wie beim Beispiel der Sklaverei, das Argument der moralischen Illegitimität dieses Systems, da gegen den Willen, die Freiheit und das Eigentum unschuldiger Individuen offensiv vorgegangen wird.
Und das sollte aus freiheitlicher Sichtweise nie legitim sein.

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